Markus 2,18-22

HERZENSBOTSCHAFT

Teil 11

Hier folgt nun eine Frage der Jünger des Johannes. Im Umgang mit geistlichen Themen tauchen zuweilen Fragen auf, die sich in der Praxis des täglichen (Glaubens)Lebens stellen. So hier die Frage nach dem Fasten. Fasten gehört zum Leben eines glaubenden Menschen. Davon bin ich überzeugt. Allerdings hat es keinen Platz im Leben der Jünger, solange Jesus – Gott selbst in der Gestalt eines Menschen – bei ihnen ist!

Ein Bräutigam in Vorbereitung seiner Hochzeit oder sogar bei der Hochzeitsfeier selbst denkt nicht an Verzicht, Umkehr, innere Reflexion oder ähnliche Dinge. Sein Blick ist auf der Freude über die kommende Hochzeit und die zu erledigenden Aufgaben. So hat das Thema Fasten auch bei den Jüngern beim Auftrag Jesu keinen Raum – zu Recht.

Neues vs. Altes

Ob Altes besser ist als Neues oder umgekehrt liegt oft am Objekt und natürlich auch oft im Auge des Betrachters. In den meisten Fällen wird Altes von Neuem verdrängt. Innovationen, Weiterentwicklungen und Streben nach Verbesserung sorgen für ständige Erneuerung.
Selbstverständlich gibt es für vieles aus alten Tagen Liebhaber und Sammler. Tatsache ist jedoch, dass sich altes abnutzt, zerbricht und letztlich irgendwann ausrangiert wird.
Selbst Wein, der für sein Alter gelobt wird, hat ab einem Punkt nur noch Sammlerwert und ist nicht mehr genießbar. Damit ist keineswegs gesagt, dass Neues immer besser ist als Altes! So möchte ich nicht verstanden werden.

Jesus macht klar, dass mit ihm etwas Neues entsteht. Deshalb nutzt er die Bilder vom alten Kleid, dass geflickt werden muss und auch vom neuen Wein, der nicht in alte Schläuche gefüllt werden darf. Der neue Bund in Jesus ist mit dem alten Bund des Gesetzes nicht zu vereinen. Deshalb macht er klar, dass sie nur getrennt voneinander Bestand haben.

In der Geschichte von Gemeinde und im Wechsel von Generationen ist es schon nahezu Folklore, dass irgendwann eine junge Generation aufsteht und alles, was die vorangegangene macht oder gemacht hat als überholt und erneuerungsbedürftig in Frage stellt. Gelingt es dann nicht, dass Erneuerung zugelassen wird, folgt oft ein Zerwürfnis. Dann wird Neues gegründet und Altes bleibt oft verletzt zurück. Dies ist heute fast ein normaler Prozess. Ich habe nunmehr beide Seiten der Medaille kennengelernt. Meine Bemühungen das Neue in das Alte zu vereinen ist bei mir ebenso gescheitert, wie bei Vielen vor mir, die diesen Weg schon gegangen sind.

Diese Tatsache tröstet aber überhaupt nicht, sondern bedarf der Vergebung der eigenen Fehler und auch der Vergebung gegenüber denen, die Schmerzen in mir verursacht haben. Jesus hat diese Bilder nicht dafür gegeben, um eine Rechtfertigung für Lieblosigkeit unter seinen Kindern zu liefern. In den meisten Fällen in denen die Verse zitiert werden, sind sie unangebracht. Jesus stellt klar, dass das Zeitalter des Gesetzes und das der Gnade nicht zusammenpassen. Das hat nichts mit menschlichen Befindlichkeiten in Alltagssituationen zu tun, in denen es gilt gemeinsame Wege zu Gottes Ehre zu finden.

Herzensbotschaft:

Neues und Altes kann durch Liebe vereint werden und zusammen gehen
Respekt und Wertschätzung bewahrt vor Zerbruch.

Markus 2,13-17

HERZENSBOTSCHAFT

Teil 10

Es überrascht mich immer wieder beim Lesen, wie selbstverständlich der Zöllner Levi seinen Posten verlässt und Jesus hinterher geht. Die Vorgeschichte im Leben von Levi und auch ob es eine Vorgeschichte zwischen Jesus und Levi gibt erfahren wir nicht. Tatsache ist: Jesus beruft und Levi folgt nach. Ohne Fragen, Bedingungen, Verträgen oder Absprachen.

Jesus handelt hier auch gegenüber den übrigen Jüngern ohne Rechenschaftssystem. Er erklärt sich nicht und fragt auch die übrigen Jünger nicht nach deren Meinung. Jesus sieht die einzelne Person an ohne dabei auf die Entstehung einer homogenen Gruppe zu achten. Es gibt bei Jesus KEINE Zielgruppendefinition. Es geht immer um den Einzelnen und im Miteinander steht Jesus und seine Liebe zu Menschen im Mittelpunkt.

Im Folgenden lädt Levi in sein Haus ein. Ich stelle mir die Szenerie so vor, dass diese Gesellschaft von Seiten des Gastgebers sicher von Freude geprägt ist. Jesus bei mir zu Gast – das lässt sich schon an Wertschätzung kaum überbieten – gerade weil Jesus zu diesem Zeitpunkt eine Menge Nachfolger hatte. Dies war aber nicht die einzige Stimmung unter den Personen rund um dieses recht spontane Ereignis.

In den Augen der geistlichen Elite war dies hier ein unerhörter Vorgang. Jesus am Tisch mit dem Hausherrn und dessen Gleichen. In ihren Augen wurde dadurch die über alles gesetzte kulturelle Reinheit beschmutzt und wer mit einem Zöllner ist, macht sich gleich mit seinem betrügerischem Dasein. Unter Gottes Kindern herrscht von jeher Angst davor sich mit Negativem zu infizieren. Dabei ist doch die heilende und reinigende Kraft Gottes die größere.
Als Jesus selbst die Vorwürfe wahrnimmt reagiert er entsprechend und sagt:
„Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.“

Die heilende und reinigende Kraft des Evangeliums ist größer als die Macht der Sünde – IMMER

Übrigens steht hier nicht, dass die Gesunden keinen Arzt brauchen, sondern da steht „die Starken“. Es bedeutet nicht, dass der Starke auch gesund ist. – nur mal so als Randbemerkung.

Herzensbotschaft:

Markus 2,1-12

HERZENSBOTSCHAFT

Teil 9

Zuerst einmal stehe ich in der Gefahr eine sehr plakative Aussage an den Anfang zu stellen, deren Inhalt Du selbstverständlich selbst prüfen musst:
„Wenn Jesus im Haus ist, dann wird das Haus voll“.

In diesem überfüllten Gebäude sind sowohl die Begeisterten, die Neugierigen, wie auch die Kritiker. So ist es heute immer noch, wenn sich Menschen treffen um Jesus zu begegnen.

In diese Situation hinein kommen nun 4 Leute, die einen Kranken tragen. Ihr Ziel ist klar: Sie wollen mit ihm zu Jesus. Die Hoffnung treibt sie an unkonventionelle Wege zu gehen und sogar ein Dach aufzubrechen um ihr Ziel zu erreichen.

Im Text steht nun: „Als Jesus ihre Glauben sah…“

Als nun Jesus ihren Glauben sah…


Der Gelähmte wird sicher nicht gegen sein Einverständnis dorthin getragen worden sein und die Aktion lässt auch nicht den Rückschluss zu, dass es der Glaube des Gelähmten war, der seine Freunde zu dieser Aktion anstachelte. Der gemeinsame Glaube, der in der gemeinsamen Aktion seinen Ausdruck findet lässt Jesus hier reagieren.

Jesus spricht diesem Menschen nicht zuerst körperliche Heilung zu, sondern zuerst einmal die Vergebung seiner Sünden. Mit der folgenden körperlichen Heilung demonstriert Jesus, dass er die Macht und Autorität hat Schuld zu vergeben.
Das jüdische Verständnis kennt die Trennung von Körper, Seele und Geist nicht in der Form, wie wir es in unserem heutigen Modell denken. Für sie war die körperliche Heilung auch das sichtbare Signal, dass der Mensch GANZ wiederhergestellt. wurde.

Herzensbotschaft:

Markus 1,40-45

HERZENSBOTSCHAFT

Teil 8

Mk 1,40 Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen!
Mk 1,41 Da erbarmte sich Jesus über ihn, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt!
Mk 1,42 Und während er redete, wich der Aussatz sogleich von ihm, und er wurde rein.
Mk 1,43 Und er ermahnte ihn ernstlich und schickte ihn sogleich fort
Mk 1,44 und sprach zu ihm: Hab acht, sage niemand etwas; sondern geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!
Mk 1,45 Er aber ging und fing an, es vielfach zu verkündigen und breitete die Sache überall aus, so daß Jesus nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draußen an einsamen Orten; und sie kamen von allen Seiten zu ihm.

Aus diesem Aussätzigen spricht der pure Glaube!
WENN DU WILLST, DANN KANNST DU…
Wir können sicher nicht erahnen, was dieser Aussätzige auf sich genommen hat um zu Jesus zu kommen. Er hätte dort wo er jetzt war nicht sein dürfen. Er hat sein Quarantäne verlassen. In den heutigen Tagen wissen wir wieder ansatzweise was da heißt. Von Obrigkeit verordnete Isolation. Bei diesem Mann hier aber ohne Aussicht auf Besserung bzw. ohne die Aussicht, dass dies je wieder aufgehoben wird.

Er verlässt diese Isolation und es treibt ihn der Glaube und die Hoffnung: Jesus kann heilen, wenn er es will! Für einen als „unrein“ erklärten Menschen ein wirklich hohes Risiko.

Jesus sagt: Ich will!

Nach der damaligen Sichtweise war der Aussätzige aber nicht nur wegen der Veränderung seines Hautbildes isoliert. Der fatale Irrtum: Aussatz galt als Strafe Gottes und als ein Zeichen offensichtlicher Sünde. Darin liegt eine tiefe Verachtung! Die Behauptung „Deine Krankheit ist eine Folge deiner Sünde“ und die Brandmarkung offensichtlich von Gott bestraft zu sein lässt Spielraum dafür, dass jeder halbwegs gesunde Mensch zu dem Schluss kommen: „Ich bin besser als du“. Die Problematik darin ist, dass Menschen die das lange genug hören diesen Unsinn auch noch glauben. Wie grausam Menschen zueinander sein können.

In diese Situation hinein kommt die Nachricht von Jesus, der Kranke heilt und Menschen wiederherstellt – auf allen Ebenen. Der Mensch hier muss die Nachrichten von Jesus bekommen haben und nähert sich Jesus.

Jesus begegnet dem Glauben und der Angst in den Worten: Ich will …
Das ICH WILL steht! Und zwar bis heute, weil Gott niemals seine Meinung ändert. Gott schaut das Herz dieses Mannes an und reagiert.

Ps 51,19       Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist;
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten.

Jesus berührt nicht nur, sondern Jesus umarmt

Zitat Wuppertaler Studienbibel:
Jesus aber berührte nicht nur den Aussätzigen, sondern umfaßte ihn fest mit Seiner Hand. Denn das Wort, das Luther mit „anrühren“ übersetzt hat, bedeutet ein Umfassen und Umarmen und Umschließen (Mk 10,13.16;1 Jo 5,18). Vgl. W. Stb. Mt zu 8,3.

Religion grenzt aus – Liebe heilt und stellt wieder her.
Deshlab sagt Jesus zu dem Geheilten: „Zeige dich dem Priester!“ Ihnen sollte nach dem Gesetz klar gezeigt werden, dass Gott Heilung will und nicht Ausgrenzung.

Herzensbotschaft:

Markus 1,35-39

HERZENSBOTSCHAFT

Teil 6

Mk 1,35 Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen
Ort und betete dort.
Mk 1,36 Und es folgten ihm Simon und die, welche bei ihm waren;
Mk 1,37 und als sie ihn gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich!
Mk 1,38 Und er spricht zu ihnen: Laßt uns in die umliegenden Orte gehen, damit ich auch dort verkündige; denn dazu bin ich gekommen!
Mk 1,39 Und er verkündigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus.

Der vorangegangene Tag, war für Jesus mit Sicherheit sehr anstrengend. Viele Begegnungen mit Menschen, volle Konzentration auf jede einzelne Situation und dazu noch geistliche Auseinandersetzungen haben sicher Kraft gekostet. Wir können sicher nicht ermessen wie viel.

Jesus steht am nächsten morgen auf und sucht die Abgeschiedenheit und die Nähe des Vaters im Gebet. Wir wissen, dass Jesus sich zu 100% an die Weisungen seines Vaters im Himmel gerichtet hat. Es besteht für mich kein Zweifel, dass Jesus in der Gegenwart des Vaters aufgetankt hat und auch Sicherheit für den nächsten Schritt bekommen hat. Jesus sagt selbst, dass er nichts tun kann, außer dem, was er den Vater tun sieht:

Joh 5,19 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.

Nachdem die Jünger festgestellt haben, dass Jesus nicht mehr da ist suchen sie ihn. Es ist meine Vermutung, dass sie nun erwarteten, dass sich die Ereignisse des Vortags nahtlos fortsetzen. Durch die Erlebnisse des Vortags wurden Erwartungen geweckt. Nicht nur bei allen Menschen, die etwas erlebt hatten, sondern auch bei den Jüngern. Sie begrüßen ihn mit den Worten: „Jedermann sucht Dich“.
Das war ja nun wenig verwunderlich. Wenn Wunder passieren, Menschen gesund werden und Belastete frei werden, dann wollen alle mehr davon. Umso überraschender ist deine Antwort. Er fängt nicht an die Anfragen zu organisieren, die schwersten und wichtigsten Fälle zuerst, die weniger harten im Anschluss und einen geordneten Dienst aufzubauen. Im Gegenteil! Er zieht weiter.

Jesus ist unabhängig von menschlichem Erwartungsdruck. Er agiert unabhängig von menschlichem Geltungsbedürfnis und Erfolgsdruck. Er sieht auf den Vater und erteilt allem Karrieredenken eine Absage: Laßt uns in die umliegenden Orte gehen, damit ich auch dort verkündige; denn dazu bin ich gekommen!

Herzensbotschaft: