Markus 2,23-3,6

HERZENSBOTSCHAFT

Teil 13

Noch ein paar Gedanken zum Thema Sabbat.
Wie im letzten Impuls bereits beschrieben ist es mir wichtig, dass wir tief in uns begreifen, dass es keine Gebote Gottes gibt, mit denen er uns das Leben schwer machen möchte, sondern alles, was er vor uns legt hat einen Sinn und ist im Ende für und nicht gegen uns.

Als Menschen neigen wir immer wieder dazu aus den fürsorglichen Geboten Gottes, die uns schützen sollen Gesetze zu formen, die manches Mal an der Sinnhaftigkeit des Ursprungs vorbei gehen.

Jesus deutet mit der Erwähnung, dass David mit seinen Begleitern die Schaubrote aß, die vom Gebot her einer anderen Bestimmung zugeordnet waren, auf eine andere Wahrheitsebene hin. David wurde und wird hier von Jesus nicht für den Bruch des Gesetzes getadelt, weil das Leben und der Hunger seiner Leute (auch vor Gott) bedeutender war als das Gebot über die Schaubrote.

Gnade und Barmherzigkeit stellen den Menschen in seiner Wertigkeit immer höher als das Gesetz.

In der Gesetzlichkeit, wird der Mensch immer darunter gestellt und verurteilt, egal in welcher Not ein Mensch ein Gebot gebrochen hat! Es gibt sehr deutlich und klar eine Ethik bei Gott, die es zu beachten gilt. Dabei wird das Gebot und das Gesetz nicht ungültig oder gleichgültig. So möchte ich nicht verstanden werden.

Jesus sagt, dass er nicht gekommen ist um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen und das kein Strich vom Gesetz wegfällt oder an Gültigkeit verliert.

Im gleichen Zusammenhang heilt Jesus einen Kranken am Sabbattag. Die Pharisäer in ihrer Selbstdefinition als Hüter des Gesetzes, werden durch Jesus mit der Tatsache konfrontiert, dass Gott die Heilung und Rettung eines Menschen wichtiger ist, als die buchstabengetreue Einhaltung des (menschlich ausgelegten) Gesetzes. Ihr dadurch verletzter Stolz verlangt nach Rache, anstatt sich über die Berührung eines Mannes zu freuen, der Heilung wirklich nötig hatte.

Herzensbotschaft:

Für den geheilten Mann und jeden der Empathie empfindet wird der Tag zum Freudenfest.
Nur Religiosität und Gesetzlichkeit suchen im Zusammenhang von Heilung
und Wiederherstellung nach Konsequenzen für den, der Gutes getan hat.
Lasst uns bei Allem immer zuerst den Ausgang betrachten,

bevor etwas oder jemand verurteilt wird.

Markus 2,23-3,6

HERZENSBOTSCHAFT

Teil 12

Die Begebenheit mit dem Sabbat ist vielschichtiger und unübersichtlicher, als es im ersten Moment den Anschein macht. Die Anklage an Jesus und seine Jünger lautet: „Die Jünger tun, was am Sabbat nicht erlaubt ist!“ Im Laufe der Geschichte hat das „Sabbatgebot“, sprich die Heiligung des siebten Tages auch im christlichen Kontext die unterschiedlichsten Betonungen. Übrigens ist das Gebot des Sabbats das einzige Gebot, dass Jesus nicht explizit wiederholt. Das liegt meines Erachtens daran, dass es sich nicht um ein Gesetz, sondern um ein Gebot aus der Schöpfungsordnung handelt und damit ohnehin allgemeine Gültigkeit hat.

In 1Mo 2,2-3 lesen wir, dass Gott selbst nach der Schöpfung ruhte.
Im Gesetz, d.h. in den 10 Geboten wird sogar eine Begründung dafür geliefert:

2Mo 20,8      Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn!
2Mo 20,9      Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun;
2Mo 20,10    aber am siebten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun;

weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt.
2Mo 20,11    Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der HERR den Sabbattag gesegnet und geheiligt.

„Heiligen“ bedeutet etwas „als etwas Besonderes, abseits vom Gewöhnlichen bzw. Alltäglichen“ zu halten.

In der Zeit Jesu wurden Ordnung des Sabbats noch einmal kräftig verschärft. Bildlich gesprochen, bauten die Pharisäer um das eigentliche Gebot herum noch einmal einen Sicherheitszaun, so dass niemand auch nur im Ansatz in die Gefahr geriet das eigentliche Gebot zu verletzen. Vielleicht ein gut gemeinter Ansatz, jedoch mit der Folge, dass nicht mehr das Gebot dem Menschen dient, sondern ein Haufen Regeln eine Belastung für den Alltag wurde. Jesus kommt um das alles wieder in die richtige Einordnung zu bringen.

Gott ist immer für Menschen. Gott hat kein Interesse daran irgendjemanden aus Willkür zu gängeln. Gott heiligt des Sabbat um eine Einrichtung für uns zu schaffen einen Rhythmus von An- und Entspannung zu schaffen. So wie Gott selbst nach der Schöpfung eine Ruhepause für sich selbst einlegte. Wer diese Pausen einlegt, wird den Segen erfahren, den Gott dort hineingelegt hat. Gerade dann, wenn diese Ruhephasen mit dem Blick auf den Schöpfer genossen werden. Ich bin allerdings überhaupt kein Freund davon aus einem „Segensangebot“ wieder eine Drohung zu formulieren.
Schon als Kind habe ich gelernt: „Alles, was Du am Sonntag tust erfährt keinen Segen“
Mit anderen Worten: Egal, was Du am Sonntag an Arbeiten verrichtest, es wird von Misserfolg gekrönt sein, weil Du das Gebot des Sabbats missachtest. Bitte beurteile selbst, ob dies dem Charakter Gottes wirklich entspricht?!

Herzensbotschaft:

Mit der Heiligung des siebten Tages will Gott niemanden ärgern, gängeln oder Gehorsamsleistung abverlangen, sondern macht uns als seinen Geschöpfen das Angebot einer „Work-Life Ballance“, die in der Geschichte sonst unerreicht ist!