Markus 3,30-35

HERZENSBOTSCHAFT

Teil 16

Wenn ich diese Verse lese, dann kommen zuerst einmal komische Gefühle in mir hoch. Im ersten Moment finde ich es befremdlich, dass Jesus seine eigene Familie ignoriert. Sofort taucht in mir die Frage auf, ob hier nicht das Gebot Vater und Mutter zu ehren übersehen wird.
Aber hier stehen zu bleiben wäre zu kurz gegriffen.

Das Gebot Vater und Mutter zu ehren bleibt selbstverständlich bestehen und es ist nicht das Anliegen von Jesus den Wert von Familie zu torpedieren. Im Gegenteil. Das Gebot wird im Neuen Testament wiederholt und behält seine Gültigkeit:

Eph 6,1 Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist recht.
Eph 6,2 »Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren«, das ist das erste Gebot mit einer Verheißung:
Eph 6,3 »damit es dir gut geht und du lange lebst auf Erden«.

In Joh19,26-27 sehen wir, dass Jesus am Kreuz hängend die Versorgung seiner Mutter im Alter an Johannes übergibt. Jesus war seine Mutter zu keinem Zeitpunkt gleichgültig! Davon bin ich zutiefst überzeugt. Wir können auch sehen, dass es aus dieser Situation heraus nicht zu einem Bruch zwischen Jesus und seiner Familie kam.

Was die Situation betrifft dürfen wir den Kontext Acht außer Acht lassen. In Vers 21 ff wird Jesus vorgeworfen „von Sinnen“ zu sein. Es scharte sich viel Volk um ihn und es kam das Gerücht auf, dass er nun geistlich total abdrehen würde. Bis ihm schließlich Dämonie nachgesagt wurde. Diese Gerüchte waren auch sicher zur Familie getragen worden. Nun standen sie dort, weil sie mit ihm Reden wollten. Wahrscheinlich haben wir es hier mit besorgten Menschen zu tun, die meinten Jesus wieder „einfangen“ zu müssen. Ich bin davon überzeugt, dass Jesus diesem Anliegen aber nicht den Personen eine Absage erteilt.

ABER ICH GLAUBE AUCH, DASS ES HIER NOCH UM VIEL MEHR GEHT!

Mk 3,33 Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter oder wer sind meine Brüder?
Mk 3,34 Und indem er ringsumher die ansah, die um ihn saßen, sprach er: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder!
Mk 3,35 Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und Mutter.

Durch diesen Ausspruch macht Jesus klar: Du kannst eine Familie haben, selbst, wenn das auf der biologischen Ebene niemals der Fall war und sein wird!

Deine Gemeinde – Deine Familie – Dein Zuhause

Gemeinde funktioniert als Familie!

Wir haben alle den gleichen Vater, der uns als seine Kinder annimmt! Das Familienleben innerhalb einer Gemeinde ist geprägt von der Liebe des Vaters im Himmel. Welch ein Vater ist unser Gott! Der Vater hält seine Kinder nicht mit Autorität zusammen. Wir dürfen jederzeit wissen, wir sind Gott als unserem Vater niemals egal.

Welches Bild hast Du von Gott Dir gegenüber
– Er empfängt Dich mit offenen Armen, wenn Du zu ihm kommst
– Er stellt dich wieder her; seine Berufungen tun ihm nicht leid.
– Die Liebe des Vaters Dir gegenüber ist emotional  – Nicht rational
– Er hat die Entscheidung Jesus für Dich zu geben bereits getroffen.

Wann hast Du diese emotionale Liebe des Vaters zuletzt für Dich gesucht?
Du darfst zum Vater gehen und sagen, dass Du diese Liebe in Dir vermisst
Die Liebe Jesu muss zuerst in deinem Leben greifen, bevor sie zu anderen überfließen kann.

Liebe unter den Familienmitgliedern

In manchen Gemeinden trifft man sogar die typische sprichwörtliche „Geschwisterliebe“ an, bei der keine Gelegenheit ausgelassen wird, sich gegenseitig an den Hals zu gehen.

So war es aber sicher nicht im Sinne des Erfinders, sondern Gott will mit seiner Liebe den Umgang und auch die Atmosphäre in seiner Gemeinde bestimmen. Das bedeutet sich zu streiten aber dann auch in der Liebe nach Lösungen zu suchen und sich gegenseitig vergeben zu können.

Joh 13,35       Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

Herzensbotschaft:

Jesus macht klar: Du bist nicht beraubt, wenn Du keine Familie hast.
Gemeinde ist Familie
Du hast Geschwister
Du hast Mutter und Vater
!
Und darfst diese Rolle auch für andere übernehmen!

Markus 3,22-30

HERZENSBOTSCHAFT

Teil 15

Die Adressaten der Gleichnisse, die Jesus hier benutzt, sind die Pharisäer und Verleumder Jesu, die behaupteten, er habe einen Dämon. Die Jünger waren in aller Regel prädestiniert, die Auslegungen zu den Gleichnissen zu hören und zu verstehen. Hier an dieser Stelle wird Jesus aber zu allen überdeutlich!

Jesus wurde als „Zauberer“ verleumdet und damit wurde gesagt, dass sie Vollmacht und die Kraft seines Wirkens nicht bei Gott ihren Ursprung hat. Es ist wahrscheinlich, dass es im Bewusstsein der Leute war, was in 2 Kor11,14 steht:

2Kor 11,14   ...denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts.

Jesus hat diesem Vorwurf in aller Deutlichkeit widersprochen und es ist bei einem solchen Vorwurf IMMER zuerst zu prüfen, was der Output einer Situation ist. Hier handelte es sich um Heilung und Wiederherstellung von Menschen. Wie kann es dann zum Vorwurf kommen eine Dämonische Wirksamkeit vor sich zu haben?
Das Wesen des Satan ist in seinem Handeln immer deutlich zu erkennen:

Joh 8,44       Der (der Teufel)  war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.

Jesus macht mit den beiden Bildern klar, dass es sich nicht um die Handlung des Widersachers handeln kann.
1. Ein Reich, dass in sich zerstritten ist, kann nicht bestehen.
Das wissen wir aus eigener Erfahrung. Politische Parteien, die in Uneinigkeit unterwegs sind, haben auf die Dauer keine Chance eine stabile Regierung zu bilden.
Aber so weit weg brauchen wir gar nicht gehen. Gemeinden und Kirchen, in denen Parteiungen und Streit herrschen – wenn auch nur latent – werden keinen Bestand haben und sich letztlich selbst zerlegen. Deshalb betet Jesus in Joh. 17 in Bezug auf seine Jünger um EINHEIT!

2. Wer in das Haus eines starken eindringen will, muss zuerst den Hausherrn überwinden. Sonst wird er mit seinem Raubzug nicht erfolgreich sein, sondern sich eine blutige Nase holen.
Jesus macht hier deutlich, dass die Kraft, die den Starken bindet und Heilung und Wiederherstellung bringt, die Kraft des Heiligen Geistes und die Vollmacht aus der Höhe ist

An dieser Stelle spricht Jesus scheinbar unvermittelt über Sündenvergebung.
Er macht klar, dass eine Beschuldigung eines Menschen mit Dämonen im Bund zu sein, obwohl er in der Kraft des Heiligen Geistes unterwegs ist mit Sünde in Verbindung steht. Und zwar mit einer Sünde, die als einzige in der gesamten Schrift damit benannt wird, dass sie NICHT vergeben wird. Alles andere ist vergebungsfähig.

Mk 3,28        Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden sollen den Menschenkindern vergeben werden, auch die Lästerungen, womit sie lästern;

Eine der stärksten und leuchtendsten Aussagen der Bibel: Gnade triumphiert über alle Schuld

Paulus sagt über sich selbst:

1Tim 1,13     der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Frevler war. Aber mir ist Erbarmung widerfahren, weil ich es unwissend im Unglauben getan habe.

Wer legt fest, welche Sünde vergeben wird und welche nicht? – Gott allein
Die Sünde wider den Heiligen Geist katapultiert einen Menschen geistlich ins Abseits. Ich bin davon überzeugt, dass diese Sünde nur von Menschen begangen werden kann, die eine gewisse geistliche Einsicht in die biblischen Wahrheiten haben.

Hebr 6,4       Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind 5 und das gute Wort Gottes geschmeckt haben, dazu die Kräfte der zukünftigen Weltzeit, 6 und die dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen!

Meine Überzeugung ist aber, dass kein Mensch der noch Furcht davor hat diese Sünde zu begehen oder begangen zu haben die Befürchtung haben muss, diese tatsächlich vollbracht zu haben. Solange ich Angst davor habe, ist es mit Sicherheit nicht geschehen?

Es ist der Heilige Geist, der von Sünde überführt. Solange also noch der Wunsch in Deinem Herzen da ist mit Gott und seinem Geist verbunden zu sein und das drängen in dir hin zu Gott spürbar ist, hat sich der Heilige Geist auch nicht verabschiedet.

Joh 16,7       Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; 9 von Sünde, weil sie nicht an mich glauben;

Die Rede Jesu an dieser Stelle ist eine Warnung. Religiöse Rechthaberei ist mit allergrößter Vorsicht zu behandeln. Es ist und bleibt zu beachten, dass die Frucht zeigt, ob der Baum gut oder schlecht ist. Hier habe ich genug mit mir selbst zu tun und werde sicher nicht über andere urteilen.

Herzensbotschaft:

Gott will wiederherstellen, heilen, vergeben und lieben. Er warnt uns an Stellen, an denen wir vorsichtig sein dürfen und müssen. Das ist wahrlich Grund zur Freude und Grund für Dankbarkeit!

Markus 3,7-21

HERZENSBOTSCHAFT

Teil 14

Was für ein Szenario: Jesus bedrängt von Menschen, die aus allen Himmelsrichtungen zu ihm kommen. Sie wollen ihn sehen – Einmal „live “ dabei sein, wenn er Kranke berührt und sie heilt. Wenn er eine seiner Reden hält, die so anders sind als alles, was bis dahin von Geistlichen zu hören war.

Leute drängten sich zuhauf an Jesus heran, weil es sich herumgesprochen hatte, dass Heilung möglich war. Sie hatten gehört, wie viel er tat. Die Reaktion von vielen Leuten ist klar: Ich will auch!
Die Vorstellung der Umstände ist für mich verstörend: Kein Ordnerdienst, keine Security, keine Rückzugsmöglichkeit, keine Zäune und kein Schutz.

Jesus stellt sich den zu ihm kommenden Menschen

Im Wesentlichen begegnet Jesus den Leuten indem er 2 Dinge tut:

  1. Er heilt
  2. Er lehrt

Jesus begegnet damit den größten Bedürfnissen. Er begegnet der körperlichen Not und begegnet den seelischen und geistlichen Nöten.
Menschen müssen hören, was Jesus zu sagen hat. Heilung und Begeisterung sind wertlos, wenn nicht auch ein Weg zum Glauben und in eine persönliche Gottesbeziehung aufgezeigt wird.

Den Geistern, denen Jesus begegnet und die ihn als den Sohn Gottes offenbarten gebot er zu schweigen. Er brauchte noch Zeit um seine Jünger und seinen Dienst zu erfüllen. Die Statements der Geister standen in der Gefahr in der damaligen Situation wie „Brandbeschleuniger“ zu wirken.

Völlig unvermittelt in dem Ganzen steht nun dort, dass Jesus auf einen Berg stieg.
Jesus ist nach wie vor derjenige, der agiert. Er reagiert nicht auf die Massen, sondern ER bestimmt was passiert. ER setzt die Priorität des Handelns und entscheidet, was wirklich wichtig ist.
Die vor Augen stehenden Dringlichkeiten müssen nicht immer wirklich die erste Priorität bilden. Jesus lebt uns dies an einigen Stellen vor.

Mit Jesus auf dem Berg

Jesus geht auf den Berg und sofort stellt sich in meinen Gedanken eine Parallele her.
Als das Volk Israel aus Ägypten ausgezogen war, war Mose derjenige, der auf den Berg stieg um mit Gott zu reden. In acht von neun Stellen in denen Mose auf den Berg geht ruft der Herr ihn hinauf

2Mo 19,3      Mose aber stieg hinauf zu Gott; denn der HERR rief ihm vom Berg aus zu und sprach: So sollst du zum Haus Jakobs sagen und den Kindern Israels verkündigen:

2Mo 20,22    Und der HERR sprach zu Mose: So sollst du zu den Kindern Israels sprechen: Ihr habt gesehen, daß ich vom Himmel her zu euch geredet habe.

……

2Mo 24,1      Und er sprach zu Mose: Steige herauf zum HERRN, du und Aaron, Nadab und Abihu und 70 von den Ältesten Israels, und betet an von ferne!

2Mo 24,2      Aber Mose allein soll sich zu dem HERRN nahen; jene sollen sich nicht nahen, und das Volk soll nicht mit ihnen heraufkommen!

Bei Mose war es Gott der seinen Diener auf den Berg ruft. Es ist Gott der seine Knechte in seine Gegenwart ruft.
So ist es auch hier: Jesus steigt auf den Berg und ruft die zu sich, welche er wollte
Jesus handelt und agiert, wie der Vater
Diejenigen, die um ihn waren kamen zu ihm; vollkommen freiwillig, es war ihre Entscheidung sich in Bewegung zu setzen und sich zu ihm hin zu bewegen.

Aus denen die gekommen waren bestimmte ER zwölf, damit sie bei IHM sein sollten.

Das bei IHM sein ist also der erste Punkt der Jüngerschaft. Auch das hat sich bis heute nicht verändert. An ihm dran sein; Nähe, Intimität, privilegiert, Morgens die Ersten und Abends die Letzten, die mit Jesus Kontakt haben durften. Darüber hinaus waren genau das die Personen, die Jesus aussendete um zu verkündigen. Ihnen gab er Vollmacht.

Jesus und die Jünger wurden von Menschen bestürmt und wurden so auf Trab gehalten, dass sie nicht einmal mehr Zeit hatten um zu Essen.
Indessen braucht man für Widerstand nicht zu sorgen. Der kommt von ganz alleine. In der Beschreibung des Textes kam er sogar aus dem engsten Kreis. Die, die um ihn waren, wollten ihn ergreifen, weil sie meinten, er wäre von Sinnen. Aber auch hier lässt Jesus sich nicht aufhalten und behält im Auge, worum es in allem geht. Jesus hat nie die Kontrolle verloren. Auch an den Stellen nicht, wo es mal viel und hektisch wurde.

Herzensbotschaft:

Jesus kennt seine eigenen und auch deine Grenzen.
In jeder Situation und Lebenslage!