Markus 4,30-34

Herzensbotschaft

Teil 22

Mk 4,30 Und er sprach: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, oder durch was für ein Gleichnis sollen wir es [euch] darlegen?
Mk 4,31 Es ist einem Senfkorn gleich, das, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste ist unter allen Samen auf Erden.
Mk 4,32 Und wenn es gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt große Zweige, so daß die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können.
Mk 4,33 Und in vielen solchen Gleichnissen sagte er ihnen das Wort, wie sie es zu hören vermochten.
Mk 4,34 Ohne Gleichnis aber redete er nicht zu ihnen; wenn sie aber alleine waren, legte er seinen Jüngern alles aus.

Die Gleichnisse vom Reich Gottes, die Jesus gebraucht finden auch hier ihre Fortsetzung. Nachdem Jesus über den Boden gesprochen hat auf den die Saat ausgebracht wird und dann auch über das Säen und das Wachstum auf diesem Boden gesprochen hat lenkt Jesus nun den Blick auf das einzelne Samenkorn. Er stellt fest: Es gleicht dem kleinsten Samenkorn, dass in der damaligen Welt bekannt war.

Unbedeutend und leicht zu übersehen. Im richtigen Kontext und in gutem Erdreich angekommen setzt es aber eine enorme Kraft und erstaunliches Wachstumspotential frei. Eine Senfpflanze kann in einem Jahr bis zu 3-4 Meter groß werden. Wer jetzt allerdings das Reich Gottes Gleichnis mit der Entwicklung von (Orts-)Gemeinde gleichsetzen will stellt fest, dass diese Wachstumsdynamik nicht immer und überall zu finden ist. Wenn wir allerdings sehen, was seit der Stunde 0 der Gründung der Gemeinde an Pfingsten bis heute gewachsen ist, dann müssen wir die uneingeschränkte Wahrheit in den Worten von Jesus anerkennen.

Ein Punkt in diesem Gleichnis stellt uns noch vor eine Herausforderung: Was meinte Jesus mit den „Vögeln des Himmels“, die unter dem Schatten des Senfbaumes nisten können? Dazu gehen die Meinungen der anerkannten Bibelausleger weit auseinander.
Es gibt in der Regel zwei unterschiedliche Auslegungsvarianten. Die eine sieht das „Nisten von Vögeln“ im Baum (Reich Gottes) zuerst einmal Grundlegend positiv, wobei die anderen die „Bevölkerung des Baumes“ durch Vögel als Verunreinigung oder Missbrauch entsprechend ablehnen.

Die positive Variante stellt heraus, dass die Größe und der Reichtum des Baumes – des Reiches Gottes – dafür sorgt, dass andere die keinen direkten Teil haben davon profitieren können.

Die negative Variante drückt aus, dass im Bereich des Baumes – und so auch im Reich Gottes – es zu Einnistungen kommen kann, die mit dem Reich Gottes nichts zu tun haben und es damit zu Beschmutzungen und Einwirkungen kommen kann, die nicht positiv sind. Ein weiteres Argument, dass hier von manchen angeführt wird ist das Bild der Vögel aus dem Gleichnis vom 4-fachen Ackerfeld. Hier sind die Vögel das Bild für den oder das Böse, von dem das Wort vom harten Boden des Weges weggenommen wird. Ich glaube allerdings, dass Jesus den natürlichen Instinkt der Vögel zu einer Beschreibung eines geistlichen Vorgangs benutzt ohne dabei die Tiere in ein positives oder negatives licht zu stellen. Es ist nach wie vor (BITTE!) nur ein Gleichnis, um Wahrheit deutlich zu machen.

Wenn wir in die Natur hineinschauen, dann hat die Bevölkerung von Bäumen durch Vögel immer sowohl negative als auch positive Aspekte. Ich finde, dass sicherlich beides stimmt!
Wie negativ Du es findest, dass ein Baum von Vögeln bevölkert ist, kann unter anderem daran liegen, ob und wie lange Du Dein Auto unter einem entsprechenden Baum geparkt hast!

Das Hauptaugenmerk darf aber nicht über das Betrachten der Nebenschauplätze verlorengehen. Es geht um das Samenkorn und Jesus betont, dass es sich um etwas sehr Kleines handelt.

Nichts darf zu gering eingeschätzt werden, weil es äußerlich nach Nichts aussieht!

Sach 4,10 Denn wer ist’s, der den Tag geringer Anfänge verachtet?

Es ist gerade das Kleine, das Unbedeutende, das Verachtete, was in den Augen unseres Gottes unschätzbaren Wert hat. Auch der Glaube, so groß wie ein Senfkorn kann Berge versetzen

Mt 17,20 Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Unglaubens willen! Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Berg sprechen: Hebe dich weg von hier dorthin! und er würde sich hinwegheben; und nichts würde euch unmöglich sein.

Herzensbotschaft:

Egal wie wenig es ist, was gerade in deinen Händen oder an Glauben in deinem Herzen ist. Gott ist in der Lage etwas Großes und Dynamisches daraus entstehen zu lassen. ER ist es, der es tut und wirkt. Ohne unser Zutun!

Markus 4,26-29

Herzensbotschaft

Teil 21

Mk 4,26 Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen auf die Erde wirft
Mk 4,27 und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same keimt und geht auf, ohne daß er es weiß.
Mk 4,28 Denn die Erde trägt von selbst Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre.
Mk 4,29 Wenn aber die Frucht es zuläßt, schickt er sogleich die Sichel hin; denn die Ernte ist da.

Jesus fährt fort mit den Gleichnissen, die das Reich Gottes betreffen. Wieder bleibt er beim Bild vom Ausbringen von Saat, bei der ein Sämann mit dem Ziel und der Hoffnung einer zukünftigen Ernte den Samen auf die Erde wirft. Der hier arbeitende Mensch hat von dem Moment an, wo er den Samen „loslässt“ keine Kontrolle mehr über das, was danach geschieht. Jesus macht mit diesem Gleichnis klar, dass dies auch gar nicht nötig ist!

Die Gedanken zu obigem Text gibt es hier einmal ausnahmsweise ein wenig ausführlicher und zwar in mündlicher Form.
Viel Spaß beim Anschauen. Die Ausführungen zum Text beginnen bei 37:16

Markus 4, 24-25

Herzensbotschaft

Teil 20

Mk 4,24 Und er sprach zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört! Mit demselben Maß, mit dem ihr zumeßt, wird auch euch zugemessen werden, und es wird euch, die ihr hört, noch hinzugelegt werden.
Mk 4,25 Denn wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er
hat.

Achtet auf das, was ihr hört! der nächste unausgesprochene Teil des Satzes könnte lauten: (Achtet auf das, was ihr hört) und womit ihr Euch in Eurem Inneren beschäftigt. Oder es könnte auch lauten (Achtet auf das, was ihr hört) und was davon Eingang in Eure Entscheidungen und in Eueren Lebensstil und Alltag findet.
Gott hat kein Interesse an reinen Zuhörern, auf die das vermittelte Wort keinerlei Einfluss ausübt. Hörer allein zu bleiben führt in geistliche Unfruchtbarkeit!

Jakobus bringt es in seinem Ausspruch auf den Punkt:

Jak 1,25 Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin bleibt, dieser [Mensch], der kein vergeßlicher Hörer, sondern ein wirklicher Täter ist, er wird glückselig sein in seinem Tun.

Weiter benutzt Jesus eine damals übliche Redewendung. „Mit welchem Maß ihr messen werdet, wird das Maß sein, mit dem Euch zugemessen wird“. Bei einem Handel wird ein Maß, d.h. ein Gefäß bspw. zum abmessen für das Volumen einer Menge von Getreide verwendet.
Ein festgelegter Behälter und dessen Größe bestimmte also über einen Warentausch, der entsprechend abgemessen wurde. Jesus benutzt diese durchaus übliche Redewendung um klar zu machen, dass die Festlegung der Maßeinheit darüber bestimmt, wie viel gegeben und empfangen wird. Solche Aussagen begegnen uns öfter. Beispielsweise auch im Verhältnis zwischen Saat und Ernte. Kärgliche Saat = kärgliche Ernte; reiche Saat = reiche Ernte.

Hier sagt Jesus: Mit welchem Maß das Wort aufgenommen wird, bestimmt über das Maß mit dem Gott geistliche Erkenntnis schenkt.

Die Wahrnehmung von geistlicher Wahrheit und geistlichem Empfinden wächst mit der Intensität, mit dem jeder von uns das Wort aufnimmt und sich damit beschäftigt.

In diesem Zusammenhang wird auch sofort klar, dass sich der Ausspruch in Bezug auf das, was jemand hat oder nicht hat sich nicht auf materielle Güter beziehen kann. Hier geht es ebenfalls um geistliche Wahrnehmung und Erkenntnis.

Wer das Wort der Wahrheit verwirft und nicht darauf achtet, wird letztlich jede geistliche Wahrheit und Erkenntnis von und über den übernatürlichen Gott verlieren.

Herzensbotschaft:

Was wir hören und was wir aufnehmen hängt unweigerlich mit unserem geistlichen Wachstum oder Niedergang zusammen. Lasst uns das Gute hören und aufnehmen und darauf achten, was das Herz bewegt.


Markus 4,21-23

Herzensbotschaft

Teil 19

Mk 4,21 Und er sprach zu ihnen: Kommt etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt wird, und nicht vielmehr, damit man es auf den Leuchter setzt?
Mk 4,22 Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar gemacht wird, und nichts geschieht so heimlich, daß es nicht an den Tag kommt.
Mk 4,23 Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Mit der Weiterführung des Textes „und“ wird angezeigt, dass Jesus sich nach wie vor in der gleichen Zuhörerschaft und auch in der gleichen Thematik bewegt.
Allerdings wird die Aussage der obigen Verse zuweilen anders eingesetzt, als Jesus sie nach meinem Verständnis gebraucht.

Die Frage, die Jesus hier voran stellt ist selbstverständlich eine rein rhetorische!
Niemand zündet ein Licht an und stellt sie unter ein geschlossenes Gefäß. Es hat unweigerlich Zufolge, dass dieses Licht erlöschen muss, weil sich nicht genug Sauerstoff zum längeren brennen unter einem Gefäß befinden kann. Das es sich beim Licht um eine offene Flamme handelte, muss ich sicherlich nicht erwähnen.

Weiter wäre es fahrlässige oder mutwillige Brandstiftung ein solchen offenes Licht unter ein Bett zu stellen. Die Unsinnigkeit der Aussage ist so klar, dass auch der unverständigste Mensch sie sofort als absurd verwirft. Natürlich wird ein Licht im Dunkel angezündet um die Dunkelheit zu vertreiben.

Das Licht dient dem Zweck Klarheit und Orientierung in einen dunklen Raum zu bringen.

Das Licht wird auf das Lampengestellt verbracht um von dort aus den größtmöglichen Effekt zur Erhellung des Raumes zu wirken.

Mit diesen Worten macht Jesus klar, dass seine Botschaft vom Reich Gottes kein „Winkelevangelium“ ist, sondern allgemeine, allumfassende Gültigkeit für alle Menschen hat. Jesus spricht über die Herrschaft Gottes über seine ganze Schöpfung. Es ist und bleibt Wahrheit, dass sich vor Jesus einmal alle Knie beugen werden.

Röm 14,11   denn es steht geschrieben: »So wahr ich lebe, spricht der Herr: Mir soll sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen«.

Wenn Jesus im Vers 22 davon spricht, dass nichts verborgen ist, was nicht offenbar gemacht wird und nichts so heimlich geschieht, dass es nicht an den Tag kommt, dann spricht er von der Herrschaft Gottes. Es geht um die offensichtliche Herrschaft Gottes durch Jesus, die offensichtlich werden wird.

In vergangenen Zeiten habe ich oft erlebt, dass der Vers aus Mk 4,22 zitiert wurde und Prediger damit gedroht haben, dass alle Sünden der Menschen (Gläubige, wie auch diejenigen, die diese Botschaft ablehnen) irgendwann zutage kommen wird. Das gibt hier der Kontext aber überhaupt nicht her! Jesus spricht im Zusammenhang über das Reich Gottes und nicht über das Gericht in dem die Taten der Menschen gerichtet werden.
Dazu sagt Jesus in Joh5,24:

Joh 5,24       Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.

Der Schreiber des Häbräerbriefes zitiert:

Hebr 10,17   »An ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten will ich nicht mehr gedenken.«

In diesem Zusammenhang, und die Spannung kann nicht aufgehoben werden, bleibt aber auch die Aussage, dass jeder eines Tages vor Gott Rechenschaft ablegen wird.

Röm 14,11   denn es steht geschrieben: »So wahr ich lebe, spricht der Herr: Mir soll sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen«.
Röm 14,12   So wird also jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.

Es bleibt dabei, dass die Verse aus Markus 4 nicht zu dieser Argumentation herangezogen werden dürfen, weil die Aussagen auf einen anderen Sachverhalt bezogen sind.

Herzensbotschaft:

Das Reich Gottes und dessen Ausbreitung und das Bekanntwerden des Evangeliums mit seiner Leuchtkraft darf uns Mut machen und uns in Freiheit setzen.

Eine angstmachende Botschaft, die eine blamierenden Offenbarung über von uns versteckt gehaltenen Verfehlungen beinhaltet, hat in diesem Zusammenhang definitiv keinen Platz!

Markus 4,1-20 (2)

Herzensbotschaft

Teil 18

Die Jünger bitten Jesus um die Auslegung des Gleichnis‘. Und zu allererst sagt Jesus zu ihnen, dass er zwischen 2 Kategorien von Menschen in der Situation unterscheidet. Die Unterscheidung findet statt zwischen dem „EUCH“, denen es gegeben wird das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen, und denen „DIE DRAUSSEN SIND“ und es nicht bis ins Ende verstehen können.

Sofort frage ich mich, ob damit nicht eine Vorauswahl – sprich eine Erwählung von Menschen vornnimmt, die er will und die er nicht will und damit verstößt. Es ist eine harte Rede, mit der Gott scheinbar willkürlich Zugang zum Heil gibt oder verweigert.

Das oberste Prinzip in der Bibelauslegung ist es, die Bibel mit der Bibel auszulegen. Es gilt dabei auch immer die höhere Wahrheitsebene zu betrachten. Es ist nicht nur erlaubt, sondern unsere Pflicht Fragen zu stellen, wenn der Buchstabe uns zu solchen Schlussfolgerungen kommen lässt. Die Frage nach dem Charakter Gottes und nach seinem Wesen müssen hier folgen. Ist Gott wirklich so?

Als Jesus in Vers 12 sagt: »damit sie mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen, und mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen die Sünden vergeben werden.« zitiert er Jesaja 6,9-10:

Jes 6,9            Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk: Hört immerfort und versteht nicht, seht immerzu und erkennt nicht!
Jes 6,10          Mache das Herz dieses Volkes unempfänglich, und mache seine Ohren schwer und verklebe seine Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört, und damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt und es sich nicht bekehrt und für sich Heilung findet!

Jesaja ist ein Gerichtsprophet und er bringt die Botschaft Gottes zu seinem Volk, das Gott nicht suchte und auch nicht suchen wollte. Schließlich bringt Gott Gericht über ein ungehorsames und widerspenstiges Volk. Die Folge ist die Deportation in Gefangenschaft. Jesus verschließt seine Botschaft für die, die nicht hören und suchen wollen.

Was aber darüber hinaus definitiv gesehen werden muss ist, was Jesaja nach den o.g. Versen sagt:

Jes 6,11          Und ich fragte: Wie lange, Herr? Er antwortete: Bis die Städte verwüstet liegen, so daß niemand mehr darin wohnt, und die Häuser menschenleer sein werden und das Land in eine Einöde verwandelt ist.
Jes 6,12          Denn der HERR wird die Menschen weit wegführen, und die Verödung inmitten des Landes wird groß sein.
Jes 6,13          Und bleibt noch ein Zehntel darin, so fällt auch dieser wiederum der Vertilgung anheim. Aber wie die Terebinthe und die Eiche beim Fällen doch noch ihren Wurzelstock behalten, so bleibt ein heiliger Same als Wurzelstock!

Jesaja fragt Gott: WIE LANGE, HERR? Die Antwort lautet: Bis zur Verwüstung – bis zur Zerstörung
Darüber hinaus sagt Gott, dass ein Überrest von Menschen die hören und glauben bleiben wird und durch sie der Neuaufbau des Reiches Gottes vorangetrieben werden soll.

Warum zitiert Jesus Jesaja und warum sagt er ihnen nicht die ganze Wahrheit?Gerichtshandeln Gottes führt immer die ganze Schuld des Angeklagten zu Tage

Damit, dass er in Gleichnissen redet, konfrontiert Jesus die Hörer, die sich im Inneren gegen Jesus gestellt haben, nämlich die geistliche Führung des Volkes und deren Anhänger nicht offen mit ihrer Schuld. Dies kann man ohne Weiteres als Akt der Barmherzigkeit betrachten, denn erst nach dem Tod Jesu am Kreuz bricht das Zeitalter der Gnade an. Jesus spricht in das Zeitalter des Gesetzes, dass nach wie vor ohne Gnade verurteilt.
Jesus konfrontiert seine Hörer mit der Whrheit ohne dabei die Schuld zu verschweigen und ohne die à Möglichkeit zur Bekehrung durch Glauben zu versperren.

Tatsache ist: Ohne die Verwerfung Jesu durch das damalige Volk, hätte es Golgatha und damit den stellvertretenden Tod als Opfer von Jesus nicht gegeben. Hätte zu Jesu Lebzeiten eine umfassende Bekehrung stattgefunden, hätten sie Jesus nicht gekreuzigt.
Jesus war ein Ärgernis, wegen des Stolzes und der Verblendung der Menschen um ihn herum, die ihn ablehnten.

WIE LANGE, HERR?

Jes 6,13          Und bleibt noch ein Zehntel darin, so fällt auch dieser wiederum der Vertilgung anheim. Aber wie die Terebinthe und die Eiche beim Fällen doch noch ihren Wurzelstock behalten, so bleibt ein heiliger Same als Wurzelstock!

Nachdem die geistliche „Verwüstung“ stattfand und jesus gekreuzigt war, stellte sich heraus, dass ein heiliger Same und Wurzelstock übrig geblieben war: Die gläubigen Jünger, die nach dem Fällen des alten Bundes den Neuen Bund in Jesus wachsen lassen. Die sehenden, die doch nicht erkennen und die hörenden, die doch nicht verstehen, gelten bis zur Erlösung am Kreuz. Danach sind sie sehr wohl aufgerufen sich zu bekehren und zwar in aler Klarheit und Offenheit.

Nach Pfingsten wurden allen offen ohne Gleichnisse, das Evangelium gepredigt.

Denen die draußen sind, an den Hecken und Zäunen, soll das Evangelium gepredigt werden und zum Hochzeitsmahl mit dem Bräutigam eingeladen werden.

Hat Gott sein Volk verstoßen?

Paulus beleuchtet dieses Thema im Römerbrief Kapitel 11

Röm 11,1        Ich frage nun: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelit, aus dem Samen Abrahams, aus dem Stamm Benjamin.
Röm 11,2        Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor ersehen hat! Oder wißt ihr nicht, was die Schrift bei Elia sagt, wie er vor Gott gegen Israel auftritt und spricht:
Röm 11,3        »Herr, sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre zerstört, und ich bin allein übriggeblieben, und sie trachten mir nach dem Leben!«
Röm 11,4        Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? »Ich habe mir 7000 Männer übrigbleiben lassen, die [ihr] Knie nicht gebeugt haben vor Baal.«
Röm 11,5        So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest vorhanden aufgrund der Gnadenwahl.

Der Text spricht für sich und bedarf keiner Erklärung. Gott hat sich einen Rest aus Israel übrig gelassen, der seinem Wort nachfolgt.

Ein weiteres Argument des Paulus in diesem Zusammenhang ist, dass die Gute Nachricht der Rettung durch Jesus niemals zu den Heiden (im Sinne von Nichtjuden) ausgegangen wäre, wenn das ganze Volk Buße getan und sich bekehrt hätte.
Hier stellt Paulus nun die Frage:

Röm 11,11      Ich frage nun: Sind sie denn gestrauchelt, damit sie fallen sollten? Das sei ferne! Sondern durch ihren Fall wurde das Heil den Heiden zuteil, um sie zur Eifersucht zu reizen.

Zu guterletzt benutzt Paulus ein Bild aus der Botanik. Die Veredelung von Olivenbäumen (Ölbäumen) wird dadurch vorgenommen, dass einerseits Zweige aus einem Baum ausgebrochen werden. Andererseits werden Zweige anderer Bäume in einer bestimmten Vorgehensweise in den Stamm eines Baumes „eingepfropft“. Die „neuen Zweige werden daraufhin von Stamm genau so versorgt, wie die natürlich gewachsenen Triebe.

Paulus benutzt dieses Bild um klar zu machen, dass die „Heiden“ als „Baumfremde“ Triebe mit in den Heilsplan Gottes eingepfropft wurden und somit zum Heilsplan Gottes selbstverständlich dazugehören.

Jesus war Jude und somit kommt das Heil aus den Juden, wenn auch jetzt das Gottesvolk heute genauso aus „Heiden“ wie auch aus Juden besteht.
Allerdings macht Paulus auch klar, dass es für einen „eingepropften“ Zweig, der vom Gärtner ohne sein Wollen und Wissen eingepflanzt wird keinen Grund zur Arroganz gibt.

Röm 11,18      so überhebe dich nicht gegen die Zweige! Überhebst du dich aber, [so bedenke]: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich!
Röm 11,19      Nun sagst du aber: »Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werde«.
Röm 11,20      Ganz recht! Um ihres Unglaubens willen sind sie ausgebrochen worden; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich!

Herzensbotschaft:

Für uns gilt es das Volk Gottes entsprechend zu achten!

Markus 4,1-20

HERZENSBOTSCHAFT

Teil 17

In dem Bild, das Jesus hier benutzt macht Jesus deutlich, wie unterschiedlich Menschen mit der Guten Nachricht des Evangeliums umgehen können. Wir können aus der Praxis auch ganz leicht feststellen, dass sich im Laufe der Zeit bis Heute überhaupt nichts daran geändert hat.
Übrigens ist es tatsächlich so, dass hier das Ausbringen des Wortes nichts anderes ist, als Jesus selbst zu den Menschen, sprich zu den Hörern des Wortes zu bringen. In den ersten Versen des Johannes Evangeliums wird uns Jesus selbst als das WORT vorgestellt:

Joh 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Joh 1,14 Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Ergo: Jeder Verkündiger (egal welcher Form) bringt Jesus selbst zu den Hörern
Verkündiger sind noch lange nicht mit Predigern gleichzusetzen, denn das Wort kann auch nonverbal verkündigt werden. Oftmals ist das sogar effektiver. Übrigens ist auch jeder „Zeuge“ von Christus, sprich jeder, der anderen weitergibt, was er oder sie selbst mit Jesus erlebt hat nicht mehr oder weniger als ein Verkündiger der großen Taten Gottes im eigenen Leben. Für mich ist das einfach beruhigend zu wissen, dass der Sämann nicht ein ausgebildeter Spezialist ist, bzw. sein muss.

Der Same, der vom Sämann ausgebracht wird, fällt auf unterschiedlichen Boden. Dabei ist es nicht die Sache des Arbeiters darauf zu achte, welchen und wie viel Samen er auf welche Erde wirft. Er bringt nur den Samen aus. Bei keinem Hörer hat der Verkündiger eine Ahnung, auf welchen Herzensboden das Wort trifft.

Wer trägt Verantwortung für die Beschaffenheit des Bodens?

Einzig und alleine ist jeder Mensch selbst für sein eigenes Herz verantwortlich. Selbstverständlich gibt es Einflüsse und Erlebnisse, in denen von Außen auf ein Herz eingewirkt wird. Hier kann auch beträchtlicher Schaden entstanden sein. Dennoch bleibt es in der Verantwortung des Einzelnen, wie mit den Erlebnissen der Vergangenheit in der Gegenwart umgegangen wird. Schuld anderer lässt mich selbst nicht aus der Verantwortung über den Zustand meines eigenen Herzens.

Das gute Erdreich

besteht dort, wo das Wort gehört und aufgenommen wird. Es dringt in den Boden ein und es ist nicht wirklich sofort sichtbar, dass etwas mit dem ausgebrachten Samen passiert. Erst nach einer gewissen Zeit durchbricht die neue Pflanze den Erboden und wird sichtbar wachsen, bis irgendwann auch Fruncht wächst. 30 / 60 / 100 fältig.

Die am Weg

das Wort fällt auf einen harten Herzensboden. Ein Weg besteht aus festgetrammpeltem Boden, der sowohl für Wasser als auch für alles andere undurchdringlich geworden ist. Alles prallt darauf ab. Eingelaufene Wege des Herzen d.h. festgelegte Denkweisen und Meinungen lassen einen Herzensboden hart werden. Menschen auf denen viel herumgetrampelt worden ist, weisen oftmals solche Züge auf.

Steiniger Boden

gleicherweise wie beim „Weg“ handelt es sich um undurchlässigen Boden. Allerdings treibt der Same schnelle Wurzeln und es wird mit Freude alles aufgenommen, was eigenen Vorteil verspricht. Allerdings währt die Freude oft nicht lang, weil keine tiefen Wurzeln wachsen können. Sobald es Schwierigkeiten gibt, wird nach der nächsten Lebenslösung gesucht, die einfacheren und schnelleren Erfolg verspricht. Menschen mit steinigem Herzensboden sind zuweilen wetterwendisch, lustbetont und die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse überschatten schnell die Wahrheit.

unter den Dornen

Unter Dornengestrüpp hat es noch nie eine reichhaltige Ernte gegeben. Sorgen können jeden positiven Ansatz im Leben eines Menschen zum Stillstand bringen und erdrücken. Beim Thema Sorgen handelt es sich um Gedanken, die sich auf Entwicklungen und Umstände beziehen, die tatsächlich aber noch nicht da sind.
Weiter spielen hier aber auch Wünsche und Vorstellungen eine Rolle, die sich ebenfalls auf die Zukunft beziehen. Eigene Pläne und Ziele, von denen sich viel versprochen wird, ersticken das Wort. Die Folge ist Unfruchtbarkeit, weil alle Lebensziele abseits des Evangeliums im Ende Leere und Enttäuschung mit sich bringen.

Herzensbotschaft:

In der Vergangenheit habe ich oft gedacht, dass es an der Qualität meiner Performance liegt,
ob mein Gegenüber das Evangelium von mir annehmen kann oder nicht.
Jesus zeichnet hier ein anderes Bild. Er sieht die Verantwortung nicht beim Sämann, sondern beim Empfänger des Wortes. Denn das Wort hat genug Kraft sein Werk im Leben dessen zu tun, der es empfängt.