Markus 6,14-29

Herzensbotschaft

Teil 27

Das Ende von Johannes dem Täufer steht nicht für eine Geschichte mit heroischem Glanz. Im Gegenteil. Dafür, dass Johannes kein Blatt vor den Mund genommen hat und geradlinig gesagt hat, was richtig und falsch ist, wurde er inhaftiert.
Hier kommt es dann auch zu seinem Ende und in einem Kerker enthauptet zu werden spiegelt überhaupt nicht die Aussage von Jesus aus Lukas 7,28 wider:

Lk 7,28 Denn ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, gibt es keinen größeren Propheten als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er.

Es sieht nach einer bitteren Niederlage aus. Dennoch sind es nicht die menschlichen Helden, die für Gott die Größten auf der Erde sind! Umso interessanter ist es, sich die Geschichte um das Ende von Johannes einmal näher anzuschauen.

Herodes kommt zu Ohren, dass durch die Jünger, die von Jesus ausgesandt wurden, Menschen von dämonischen Bindungen frei wurden und Heilung durch sie passierte. Jesus war dem Herodes bis dahin nicht bekannt und so nimmt er das, was dort passiert persönlich.

Mk 6,16             Als das Herodes hörte, sprach er: Er ist Johannes, den ich enthauptet habe; der ist aus den Toten auferstanden!

Hier spricht das schlechte Gewissen. Herodes war aber mit dieser Meinung, dass Johannes zurückgekehrt ist nicht der einzige. In Lk9,7 wird berichtet, dass Herodes in Verlegenheit geriet, weil etliche Leute sagten, dass Johannes zurück aus den Toten auferstanden wäre.

Was von Herodes zu lernen ist

„Es ist dir nicht erlaubt die Frau deines Bruders zu haben“ Dies war eine der Aussagen von Joh.d.T. und klar ist dabei, dass er als Führer des Volkes solche Zurechtweisung nicht gern hörte. Schon gar nicht öffentlich. Gottes Zurechtweisung macht aber vor Königshäusern nicht halt. Im Gegenteil: Weil sie Vorbilder des Volkes sind, ist ihre Haltung zu Gottes Weisungen eine besonders wichtige. Wir sehen in der Reaktion auf das Wort des Propheten hin auch grobe Unterschiede bei den verschiedenen Leitern. Als der Prophet Nathan zu David kommt und ihn mit seiner Fehlhaltung konfrontiert, sieht die Reaktion vollkommen anders aus.

Wahrheit lässt sich allerdings durch Repressalien auf den Überbringer nicht ins Gegenteil zwingen.

Mit dem einkerkern des Johannes blieb dennoch die Wahrheit und die Wahrheit nicht mehr hören zu wollen, lässt sie nur noch schwerer werden. Nur das Ziehen der richtigen Konsequenzen schützen vor einem permanent schlechten Gewissen. Bewusste Sünde ist nicht zu kontrollieren.

Herodes fürchtete des Johannes

Weil er wusste, dass er ein Mann war, aus dem Gott sprach. Herodes bewachte also diesen Mann um, so wie es aus dem Kontext zu schließen ist, dafür zu sorgen, dass er nicht von der eigenen Frau umgebracht wird.

Herodes gehorchte dem Johannes in Manchem und hörte ihn gern. Aber er ändert nichts an der Situation. Weder in Richtung zu seiner Frau, noch in der Richtung von Johannes und schon gar nicht in seiner Haltung Gott gegenüber.
Nichts ist gefährlicher als ein schlechtes Gewissen ohne Umkehr. So können wir es zuletzt auch bei Judas Iscariot sehen.

Die Herzenshaltung des Herodes besteht aus

a.) Angst

Sie entsteht da, wo menschliches und übermenschliches, göttliches aufeinandertreffen und wir als Menschen nicht bereit sind unsere Knie vor Gott zu beugen.

b.) Selbstgerechtigkeit

Auf die Anschuldigung folgt keine Buße, sondern Verfolgung des Gerechten. Die Gefangennahme zeigt inkonsequentes Handeln zur Sündenerkenntnis durch die Ablehnung der Gottesherrschaft

c.) Egoismus

Egoismus führt zu Selektivem Gehorsam. Herodes gehorchte dem Johannes in Manchem nämlich dort, wo es ihm nützte. Konsequenz fehlt hier leider

d.) Stolz 

Das Ansehen und die Festlegung vor Menschen lässt schließlich die Gottesfurcht und auch den Mann Gottes sterben.

Situationsbeschreibung während seines Festes:

Ich stelle mir das in lebhaften Bildern vor. Es dauerte sicher nur eine halbe Sekunde um aus einem Sturzbetrunkenem, der in generöser Macht bereit ist einem Mädchen wegen eines Tanzes sein halbes Königreich zu schenken (was er im nüchternen Zustand mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie getan hätte), einen vollkommen nüchternen Deppen zu machen, der keinen Grund mehr zum Feiern hat.

Es gibt keinen Mittelweg zwischen erkannter aber nicht bereinigter Sünde und einem Leben im Gehorsam zu Gott. Gott wird sich niemals auf unsere Bedingungen einlassen. Der Feind wird alles tun um den Rest deiner Gottesfurcht zu töten. Angriffe des Feindes kommen von Seiten, die wir oft nicht erwarten.

Die Macht unserer Worte

Herausfordernd in dieser Situation ist ja nun auch das Mädchen zu verstehen. Wie absurd ist es, den Kopf eines Propheten zu fordern, wenn du das halbe Königreich haben kannst?
Wir können hier nur sehen, dass geistliche Kämpfe auf einer anderen Ebene ausgefochten werden, als dass, was uns vor Augen steht. Damit hatte Herodes nicht im Traum gerechnet. Deshalb trifft es ihn hart.

Die Festlegung den Johannes zu töten, hatte auch eine Festlegung gegenüber Jesus bewirkt.
Der geistliche Untergang des Herodes geschah nicht, als er Jesus nicht ernst nahm

Lk 23,7 Und als er hörte, daß er aus dem Herrschaftsgebiet des Herodes sei, sandte er ihn zu Herodes, der in diesen Tagen auch selbst in Jerusalem war.
Lk 23,8 Herodes aber freute sich sehr, als er Jesus erblickte; denn er hätte ihn schon längst gern gesehen, weil er viel von ihm gehört hatte, und er hoffte, zu sehen, wie ein Zeichen von ihm vollbracht wurde.
Lk 23,9 Er legte ihm denn auch viele Fragen vor; aber er gab ihm keine Antwort.
Lk 23,10 Die obersten Priester aber und die Schriftgelehrten standen da und verklagten ihn heftig.
Lk 23,11 Und Herodes behandelte ihn verächtlich und verspottete ihn samt seinen Kriegsleuten und schickte ihn, nachdem er ihm ein Prachtgewand hatte anlegen lassen, wieder zu Pilatus.

Herodes hatte Angst vor Jesus als dem auferstandenen Täufer gehabt – Jetzt sieht er, dass vermeintlich „keine Gefahr“ von Jesus ausgeht. In dieser Situation, in der er sich als Sieger sieht, fügt er sich selbst eine noch fatalere Niederlage zu und wird mitschuldig am Tod Jesu. Was für eine grandiose geistliche Fehleinschätzung.

Herzensbotschaft:

Hat Gott bzw. das Reich Gottes hier eine Niederlage hinnehmen müssen?

Definitiv NEIN.
Vielmehr ist es eine Ankündigung auf einen Sieg durch Leiden. Der „Bote vor Jesus her“ wurde getötet. Ein weiterer Hinweis auf den Weg, den Jesus auch zu gehen hatte um den größten Sieg zu erringen. Märtyrertum ist keine Niederlage in sich.

Markus 6,7-13

Herzensbotschaft

Teil 26

Jesus ruft die Zwölf zu sich, die er berufen hat, in seinem Namen zu predigen.
Es ist zweifelsohne der Auftrag als „Gesandte“ in seinem Namen aufzutreten und das in der gleichen Vollmacht zu tun, wie die sendende Person. Das war in der damaligen Zeit ein übliches und gängiges Vorgehen. Ein offizieller Gesandter hatte die gleichen Befugnisse und wurde auch angesehen, als wenn die sendende Person selbst zugegen wäre.

Mit dieser Vollmacht ausgestattet sollen sich die Jünger mit „leichtem Gepäck“ auf den Weg in die umliegende Gegend machen. Die geografischen Ziele werden nicht genannt, werden aber sicherlich besprochen worden sein.

Die Betrachtung der Synoptiker lässt zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, was nun von Jesus zum Mitnehmen erlaubt war und was sie nicht mitnehmen sollten.
Bei allen steht, dass weder Nahrung, Geld, Reisetasche und auch auch kein zweites Hemd bzw. Gewandt mitgenommen werden dürfen. Bei Lukas und Matthäus ist auch der Stab verboten. Bei Matthäus dann auch noch die Schuhe. Wenn man allerdings bedenkt, dass ein Mann ohne Schuhe als „Sklave“ galt, dann wird sicherlich bei Lk und Mt damit gemeint gewesen sein, dass kein zusätzlicher Stab und keine zusätzlichen Schuhe, außer denen an den Füßen mitgenommen werden durften. So macht dann auch die Aussage von Markus wieder Sinn.

Warum schickt Jesus sie mit so leichtem Gepäck los?
Jesus will, dass die Jünger nicht den Eindruck erwecken, dass sie eine lange und schwere Bürde tragen. Dort wohin sie kommen, sollen sie nicht erschöpft niedersinken. Es geht nicht um sie selbst, um das, was sie tragen und auch nicht um das Kümmern um Gepäck und Hab und Gut, sondern sie sollen den Fokus auf dem haben, wo sie hingehen. Sie sollen sich nicht um das eigene Sorgen. Das wird der Herr selbst tun und sie sollen damit rechnen, dass Gott sie mit allem versorgt, was sie brauchen.

Auch die Anweisung in einem Ort nur in einem Haus zu bleiben, hat etwas damit zu tun, keine Energie darauf zu verwenden, den besten Ort für sich selbst zu finden. Abgesehen davon erzeugt es Unmut bei Gastgebern, wenn Gäste „umziehen“, wenn sie vermeintlich etwas „besseres“ gefunden haben. Jesus sagt hier: Habt den Fokus auf dem Auftrag und nicht auf Euren Bedürfnissen. In diesem Zusammenhang schreibt Matthäus noch, dass Jesus ihnen den Auftrag geben hatte, nach einem Haus zu fragen, dass es Wert ist von ihnen betreten zu werden:

Mt 10,11 Wo ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf hineingeht, da erkundigt euch, wer es darin wert ist, und bleibt dort, bis ihr weiterzieht.

Sowohl die Aussendung und auch die Berichte der Rückkehrer lässt an keiner Stelle den Eindruck von Enttäuschung oder Misserfolg zu.

Im Gegenteil. Jesus gibt ihnen Anweisung dazu, wie sie mit Ablehnung umgehen sollen:

Mk 6,11 Und von allen, die euch nicht aufnehmen noch hören wollen, zieht fort und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis. Wahrlich, ich sage euch: Es wird Sodom und Gomorra erträglicher gehen am Tag des Gerichts als jener Stadt!

Selbst das Geringste – der Straßenstaub, sollte nicht mehr an ihnen haften und an ihnen kleben, wenn sie weiterziehen ohne angenommen worden zu sein. Dies ist ein Bild, dass den Juden zur Zeit Jesu geläufig war. Die Demonstration war: Wir haben unseren Job getan aber ihr wolltet nicht hören. Hier kommt dann von Jesus die Bestätigung, dass es Sodom und Gomorra, die mit Feuerregen vernichtet wurden, besser ergehen würde als dieser Stadt.

Herzensbotschaft:

Misserfolg und Ablehnung sind zuweilen bei Christen die Hauptursache über ihren Glauben zu schweigen. Der Selbstwert eines Gotteskindes darf nicht an der Reaktion auf die Botschaft hängen, sondern muss auf die sendende Person gerichtet sein: Jesus selbst!