Markus 6,7-13

Herzensbotschaft

Teil 26

Jesus ruft die Zwölf zu sich, die er berufen hat, in seinem Namen zu predigen.
Es ist zweifelsohne der Auftrag als „Gesandte“ in seinem Namen aufzutreten und das in der gleichen Vollmacht zu tun, wie die sendende Person. Das war in der damaligen Zeit ein übliches und gängiges Vorgehen. Ein offizieller Gesandter hatte die gleichen Befugnisse und wurde auch angesehen, als wenn die sendende Person selbst zugegen wäre.

Mit dieser Vollmacht ausgestattet sollen sich die Jünger mit „leichtem Gepäck“ auf den Weg in die umliegende Gegend machen. Die geografischen Ziele werden nicht genannt, werden aber sicherlich besprochen worden sein.

Die Betrachtung der Synoptiker lässt zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, was nun von Jesus zum Mitnehmen erlaubt war und was sie nicht mitnehmen sollten.
Bei allen steht, dass weder Nahrung, Geld, Reisetasche und auch auch kein zweites Hemd bzw. Gewandt mitgenommen werden dürfen. Bei Lukas und Matthäus ist auch der Stab verboten. Bei Matthäus dann auch noch die Schuhe. Wenn man allerdings bedenkt, dass ein Mann ohne Schuhe als „Sklave“ galt, dann wird sicherlich bei Lk und Mt damit gemeint gewesen sein, dass kein zusätzlicher Stab und keine zusätzlichen Schuhe, außer denen an den Füßen mitgenommen werden durften. So macht dann auch die Aussage von Markus wieder Sinn.

Warum schickt Jesus sie mit so leichtem Gepäck los?
Jesus will, dass die Jünger nicht den Eindruck erwecken, dass sie eine lange und schwere Bürde tragen. Dort wohin sie kommen, sollen sie nicht erschöpft niedersinken. Es geht nicht um sie selbst, um das, was sie tragen und auch nicht um das Kümmern um Gepäck und Hab und Gut, sondern sie sollen den Fokus auf dem haben, wo sie hingehen. Sie sollen sich nicht um das eigene Sorgen. Das wird der Herr selbst tun und sie sollen damit rechnen, dass Gott sie mit allem versorgt, was sie brauchen.

Auch die Anweisung in einem Ort nur in einem Haus zu bleiben, hat etwas damit zu tun, keine Energie darauf zu verwenden, den besten Ort für sich selbst zu finden. Abgesehen davon erzeugt es Unmut bei Gastgebern, wenn Gäste „umziehen“, wenn sie vermeintlich etwas „besseres“ gefunden haben. Jesus sagt hier: Habt den Fokus auf dem Auftrag und nicht auf Euren Bedürfnissen. In diesem Zusammenhang schreibt Matthäus noch, dass Jesus ihnen den Auftrag geben hatte, nach einem Haus zu fragen, dass es Wert ist von ihnen betreten zu werden:

Mt 10,11 Wo ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf hineingeht, da erkundigt euch, wer es darin wert ist, und bleibt dort, bis ihr weiterzieht.

Sowohl die Aussendung und auch die Berichte der Rückkehrer lässt an keiner Stelle den Eindruck von Enttäuschung oder Misserfolg zu.

Im Gegenteil. Jesus gibt ihnen Anweisung dazu, wie sie mit Ablehnung umgehen sollen:

Mk 6,11 Und von allen, die euch nicht aufnehmen noch hören wollen, zieht fort und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis. Wahrlich, ich sage euch: Es wird Sodom und Gomorra erträglicher gehen am Tag des Gerichts als jener Stadt!

Selbst das Geringste – der Straßenstaub, sollte nicht mehr an ihnen haften und an ihnen kleben, wenn sie weiterziehen ohne angenommen worden zu sein. Dies ist ein Bild, dass den Juden zur Zeit Jesu geläufig war. Die Demonstration war: Wir haben unseren Job getan aber ihr wolltet nicht hören. Hier kommt dann von Jesus die Bestätigung, dass es Sodom und Gomorra, die mit Feuerregen vernichtet wurden, besser ergehen würde als dieser Stadt.

Herzensbotschaft:

Misserfolg und Ablehnung sind zuweilen bei Christen die Hauptursache über ihren Glauben zu schweigen. Der Selbstwert eines Gotteskindes darf nicht an der Reaktion auf die Botschaft hängen, sondern muss auf die sendende Person gerichtet sein: Jesus selbst!