Markus 6,33-44

Herzensbotschaft

Teil 29

Mk 6,34        Und als Jesus aus <dem Boot> trat, sah er eine große Volksmenge und wurde innerlich bewegt über sie; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren.

Erneut sehen sich Jesus und die Jünger gegenüber von Menschenmassen. Denen sie gerade noch versucht haben für eine gewisse Zeit aus dem Weg zu gehen, stehen nun wieder unausweichlich vor ihnen. Jesus reagiert aber nicht genervt, sondern es ergreift ihn ein innerliches Erbarmen.

Jesus ist voller Mitgefühl. Er sieht die Menschen an und es bewegt ihn im Innern, so dass er sich über sie erbarmt. Er sieht sie, wie Schafe, die keinen Hirten haben. Die Leute versammelten sich zu Jesus mit der Aufforderung: Sei unser Hirte.

Zu aller erst begegnet Jesus denen, die zu ihm kamen mit LEHRE. Er erklärt ihnen die geistlichen Zusammenhänge des Lebens, die im alltäglichen Leben so schnell in den Hintergrund treten. So viele Themen und Problematiken sind im Vordergrund, die aber allesamt im Ende nicht wichtig sind.

Es heißt: Er fing an sie vieles zu lehren. Im Gegensatz zu Schafen sind Menschen lernfähig. Die meisten zumindest. Die eigentlichen Hirten dieser Zeit (Schriftgelehrte und Pharisäer) waren ebenfalls zu sehr mit Äußerlichkeiten beschäftigt.

Versorgung Gottes wendet sich an den ganzen Menschen

Wenn Gott versorgt, dann kümmert er sich um Geist, Seele und Leib. Die Jünger wollen die leibliche Versorgung an die Menschen zurück delegieren und bitten Jesus, die Volksmengen wegzuschicken, damit sie sich etwas zu Essen besorgen können.

Jesus gibt den Jüngern daraufhin einen klaren Auftrag: „Gebt ihr ihnen zu essen“. Eine klare Anweisung des Herrn – Jesus gibt keine Anweisungen, die nicht zu erfüllen sind!

Mögliche Reaktionen: Druck für die Jünger – Überlege dir eine Lösung!

Und sofort folgt die Reaktion des menschlich denkenden Jüngers: Sollen wir für 200 Denare Brot kaufen? Menschlich machbare Lösung aber Fragen bleiben offen: Gibt es gegen Abend so viel Brot zu kaufen?
Sollen die Jünger, die eigentlich verordnet bekommen haben wieder bei Jesus zu sein loslaufen um Brot zu kaufen?
Jesus delegiert eine Aufgabe und testet die Jünger. Sie kommen wieder zu ihm und fragen die einzig mögliche Frage: WIE? Jesus kommt mit einer Gegenfrage: Wie viele Brote habt ihr?

Geht hin und seht nach: Sei dir bewusst über das was du hast – Ich hab doch nichts, führt zu nichts! Das wenige, was du hast, kann in den Händen Jesu zu vielem werden.
Die Antwort lautet: Fünf und zwei Fische.

Dann schafft Jesus Strukturen: Sie lagerten sich zu hundert und zu fünfzig ins grüne Gras.

Das Wunder von Geben und Nehmen

Der Herr nimmt den Jüngern das aus den Händen, was sie haben.
Die Jünger tun das einzige, was sie zu dieser Situation beitragen können: Sie sind bereit das loszulassen, was sie haben und geben es an Jesus ab. Die Jünger wissen genau: Das reicht nicht! Sind aber bereit loszulassen.

Dann bricht Jesus das Brot. Nicht im Sinne von „kaputtmachen“, sondern im Sinne von teilen.
Er gibt es den Jüngern in ihre Hände zurück und sie wiederum setzen das fort, was Jesus angefangen hat: Sie teilen das, was sie in Händen hatten und nun wieder haben.

In den Händen der Jünger geschieht nun das eigentliche Wunder. Während sie teilen, wird das, was sie in den Händen haben immer mehr. Alle bekommen genug um satt zu werden, den Gott hatte von Anfang an genug um jedem das zu geben, was er / sie braucht.

Am Ende bleibt für jeden Jünger ein Korb voll übrig.

Herzensbotschaft:

Verachte niemals das, was Du in Händen hast. Wenn Du es Gott gibst, kann er so viel daraus machen, dass Du staunen wirst.

Markus 6, 31-32

Herzensbotschaft

Teil 28

Die Apostel versammeln sich bei Jesus. Sie erstatten Bericht von ihrer Tätigkeit.
Was man hier sofort wahrnimmt ist, dass dies kein Sonntagsausflug gewesen ist, sondern da wo die Kraft Gottes wirkt, da kann das Diener sein zum Stressjob werden. Wenn Leute die Chance sehen eine Berührung von Gott zu bekommen, dann wird einfach nicht lockergelassen. Nicht einmal Pausen zum Essen waren drin.

Menschen verlangen viel ab, wenn sie Hilfe für ihre Not bekommen können.
Das erste was Jesus tut, nachdem sie berichtet hatten, war ihnen eine Pause zu verschaffen.

Mk 6,31        Und er sprach zu ihnen: Kommt ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruht ein wenig! Denn es waren viele, die gingen und kamen, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen.

Jesus ist Anlaufpunkt – auch nach getaner Arbeit!

Lk 9,10         Und die Apostel kehrten zurück und erzählten ihm alles, was sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich und zog sich zurück an einen einsamen Ort bei der Stadt, die Bethsaida heißt.

Der Auftrag an die Jünger, als Gesandte (Apostolos) war klar definiert. Die Aufgabe war erst dann erfüllt, wenn der entsprechende Abschlussbericht an den Sender ergangen war. So war es für einen Gesandten bekannt und so war die übliche Vorgehensweise.

So hat es übrigens bis Heute Kontinuität = Als ausgesandte Jünger bleiben wir bis zur Wiederkunft Jesu in der Rechenschaftspflicht. Der Botenbericht ist der Abschluss des Sendungsauftrages, so lange bleiben wir in der Pflicht eines Gesandten.

Die Jünger lehrten, sie heilten und sie trieben Dämonen aus in der Vollmacht des aussendenden Herrn und wir stehen in der gleichen Verpflichtung zu tun, was er uns aufgetragen hat.

Lk 10,16       Wer euch hört, hört mich; und wer euch verwirft, verwirft mich; wer aber mich verwirft, verwirft den, der mich gesandt hat.

Auftraggeber, Ausrüster und Anlaufpunkt für Mitarbeit und Dienst ist Jesus selbst

Das gehen zu Jesus nach getaner Arbeit ist so wichtig, wie die Sendung selbst. Jesus ist nicht nur Sender, sondern auch Belohner und (Ver)Sorger. Jesus verordnet die Pausen. Jesus versammelt seine Jünger nach Aussendung und Rückkehr wieder in seine Nachfolge

Mk 6,31        Und er sprach zu ihnen: Kommt, ihr selbst allein, an einen öden Ort und ruht ein wenig aus! …

Das erneute BEI – IHM – SEIN hat seinen unbedingten Platz, weil sonst Gedanken und Löcher nach dem Dienst entstehen, die fehlgeleitet gefüllt werden –> Postpastorale Depression

Hebr 4,10     Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe gelangt von seinen Werken wie Gott von seinen eigenen.
Hebr 4,11     Laßt uns nun eifrig sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand nach demselben Beispiel (das des Volkes Israels in der Wüste) des Ungehorsams falle!

Herzensbotschaft:

Es ist nicht nur Gottes Anliegen, dass „der Job erledigt wird“. Das Wohlergehen seiner Diener ist ihm genauso wichtig. Gott selbst hat nach getaner Arbeit von seinen Werken geruht und Pausen geschaffen. Die richtige Regeneration passiert in seiner Gegenwart!